Seenpracht Lago Maggiore
Es berichtet für Sie:
Urs Schmid
Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah! Dies könnte das Motto für die wunderschöne Bike-Kurzreise an den Lago Maggiore sein.
1. Tag – Anreise
25 gut gelaunte und jung gebliebene e-Bike-Damen und -Herren trafen an einem nebelverhangenen Sonntag im Oktober pünktlich in Horw, dem Carterminal von Gössi Car Reisen, ein. Nach dem unkomplizierten Verlad der e-Bikes durch den Chauffeur und den Reiseleiter und einem «Welcome»-Kaffee im gemütlichen Gössi Café starteten wir die Anreise nach Baveno am Lago Maggiore. Die Vorfreude der teilnehmenden Gäste auf die kommenden e-Bike-Touren war bereits spürbar, kein Wunder bei dieser spektakulären Seenlandschaft in der Nähe der Schweizergrenze. Gut unterhalten durch e-Bike-Guide und Reiseleiter und mit «Pitstops» in Bellinzona Nord und in Ascona erreichten wir pünktlich unser Hotel Beau Rivage in Baveno, einem charmanten, im Spätherbst eher ruhigen Touristenort am Lago Maggiore direkt gegenüber den berühmten Borromäischen Inseln. Der Ausblick von unserem Dreisternehaus, welches direkt am See liegt, ist atemberaubend.
Nach dem Einchecken im Hotel erkundeten unsere unternehmenslustigen Gäste Baveno mit seiner sehr schönen Seepromenade. Später, nach einem Welcome-Apéro auf Kosten des Hauses, genossen wir gemeinsam unser erstes piemontesisches Abendessen in unserem Hotel. Nach dem feinen 3-Gang-Menü konnte man den Abend stilvoll in einer der vielen Bars an der Seepromenade ausklingen lassen.

2. Tag – Golf von Baveno und Mergozzo
Der zweite Tag begann mit einem köstlichen Frühstück, bevor wir mit unserem lokalen Guide, Luca, die wunderschöne 1. Radtour starteten. Es ging auf einem gut ausgebauten Radweg dem See entlang nach Verbania. Unterwegs wies uns Luca immer wieder auf landschaftliche «Highlights» hin. Auch über die turbulente Geschichte der Gegend an der Grenze des Piemonts zur Lombardei konnte uns Luca viele interessante Fakten vermitteln. Dieser grossartige Mix aus Bike-Sport, Kulinarik, Kultur und Geschichte ist unter anderem für den Erfolg von e-bike-tours.ch verantwortlich. Nach einem kurzen Stopp im Hauptort der Provinz Verbano, Verbania, folgten wir dem Lauf des Flusses «San Bernardino», welcher sich durch tiefe und wilde Schluchten aus dem Valle Grande bis nach Verbania windet. Auf einem schönen Waldpfad ging es am Partisanendenkmal aus dem 2. Weltkrieg vorbei.
Danach stiegen wir hoch nach Bieno, einem kleinen malerischen Dorf, und folgten dann der Passstrasse hinunter an den wunderschönen «Lago di Mergozzo», welcher als der sauberste See von Norditalien gilt. Auf dem Radweg direkt dem See entlang erreichten wir Mergozzo, ein malerisches, mittelalterliches Städtchen in einer Bucht am Anfang des Sees gelegen. Leider regnete es stark, weshalb alle Teilnehmer froh waren, dass wir hier in einer der vielen gastlichen «Trattorien» eine Mittagspause einlegten. Leider wurde das Wetter nicht besser. Trotzdem starteten wir motiviert und in unseren Regenausrüstungen gut geschützt den Rückweg nach Baveno über einen schönen Trail durch Kastanienwälder zurück an den Lago Maggiore.
Dieser Teil war wegen der Nässe und vielen Wurzeln eine sportliche Herausforderung, die den meisten echt Spass machte. Nach kurzer Fahrt über kleine Nebenstrassen erreichten wir nass, aber gesund, das Hotel in Baveno. Der Tag endete erneut mit einem feinen Nachtessen, gutem Service und guter Stimmung.

3. Tag – Ortasee
Am dritten Tag starteten wir früh, um das nächste «Highlight» der Reise zu erkunden. Demush, unser «Driver», und ich hatten die Bikes bereits im Bus verladen, so ging es zügig hoch, entlang der Strona, einem ungezähmten, wilden Fluss, nach Omegna, dem Hauptort am Lago Orta. Unterwegs stiess Luca zu uns und nach kurzem Entladen der e-Bikes starteten wir zu unserer heutigen Tour rund um den Ortasee. Es lachte auch wieder die Sonne vom Himmel. Weil die nicht asphaltierten Pfade entlang des Sees noch sehr nass und rutschig waren, radelten wir durch Omegna, wo wir unsere zwei Schlussfahrerinnen verloren. Nun zeigte sich, dass sich unsere «Briefings» und Notfallkonzepte bewährten. Innert kürzester Zeit wurden unsere Ausreisserinnen gefunden und wieder vereint ging es den Berg hoch nach Brole, wo wir eine wunderbare Aussicht auf den Ortasee und den Berg Mottarone geniessen konnten. Nach einem kurzen Fotohalt ging es weiter durch wunderschöne Ortschaften wie Colma und Pianezza und hinunter an den See nach Pella, wo wir direkt am See in der Gelateria Antica Torre eine Pause genossen.
Weiter ging es über Gozzano, Lortallo und Vacciago, vorbei an der imposanten Wallfahrtskirche «Madonna della Bocciola», zum Höhepunkt des heutigen Tages, Orta San Giulio. Das mittelalterliche Städtchen mit mediterranem Flair, wunderbar auf einer Halbinsel gelegen, ist ein Touristen-Hotspot am Ortasee. Vor der Stadt liegt die Insel «Isola San Giulio» mit dem berühmten Benediktinerkloster, welches per Boot besucht werden kann. Nach dem Erkunden des Ortes und einer Lunchpause ging es dem See entlang zurück nach Omegna, wo bereits der Bus auf uns wartete.

4. Tag – Auf den Spuren von Leonardo: der Naviglio Grande & Abtei von Morimondo
Der letzte sportliche Tag führte uns ins Toce-Tal. Der Fluss Toce fliesst vom Simplonpass, dort noch als Diveria, bis in den Lago Maggiore. Der Bus brachte uns nach Gravellona Toce, wo wir auf unsere e-Bikes umstiegen. Wir folgten dem Fluss Toce auf Velowegen und Nebenstrassen durch einsame Dörfer bis nach Vogogna mit seiner trutzigen Burg, einer interessanten Altstadt und vielen schönen alten Kirchen. Nach einem Espresso in der örtlichen Bar ging es weiter dem Fluss entlang via Villadossola zu unserem Tagesziel Domodossola.
Die Stadt hat eine bewegte Geschichte als wichtiger Durchgangsort am Fusse des Simplonpasses hinter sich. Heute ist das autofreie Stadtzentrum mit seinen schön renovierten Häusern und Plätzen eine beliebte Destination für Gäste aus aller Welt. Wir genossen die Zeit in Domodossola mit unterschiedlichen Aktivitäten von «Shopping» bis «dolce far niente». Nach diesem Aufenthalt ging es mit dem Bus zurück nach Baveno, wo wir uns auf unser letztes Abendessen im Beau Rivage freuen konnten. Heute haben wir uns auch mit einer «Standing Ovation» von unserem tollen Guide Luca verabschiedet. Er hat uns mit seinem Wissen die Gegend nicht nur sportlich, sondern auch kulturell nähergebracht.

Fazit
Die fünftägige e-Bike-Tour an den Lago Maggiore war eine perfekte Mischung aus sportlicher Aktivität, kulinarischen Genüssen und kulturellen Erlebnissen. Die atemberaubenden Landschaften und geschichtsträchtigen Orte machten diese Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis. Im Weiteren war auch das Timing gut, da die Strassen und Orte im Oktober nicht übermässig überfüllt waren. Die Touren, das Hotel sowie die An- und Abreise waren perfekt organisiert. Ein grosses Dankeschön an alle involvierten Partner.


